Die Demenz vom Alzheimer Typ (DAT) ist eine typische Alterserkrankung. Vor dem 60. Lebensjahr ist sie eher selten. Danach steigt die Häufigkeit exponentiell an. Wenigstens 20% der 80jährigen Menschen sind betroffen. Da die Altersgruppen der über 65jährigen in allen Ländern mit westlichem Lebensstandard weit überproportional anwächst, wächst auch der Anteil der DAT-Kranken entsprechend rasant.
Von besonderer Bedeutung sind hier die Befunde der Arbeitsgruppe um K.
Beyreuther.
Schon vor mehr als 10 Jahren wurde gezeigt, dass es in den Gehirnen von
Personen, die vor dem 50. Lebensjahr verstorben waren, so gut wie keine
Alzheimer-typischen Veränderungen gibt.
In der Altersgruppe der 50 bis 60 jährigen zeigte aber bereits jede 5.
Person feingewebliche Zeichen einer DAT, jedoch nur eine von tausend hatte
auch klinische Hinweise auf eine DAT. Für die Altersgruppe der 80-90jährigen
nimmt man heute eine klinische DAT-Prävalenz von 20% bis 40% an. Geht man davon aus,
dass die neuropathologischen Befunde bei der Gruppe der 50-60jährigen den Beginn
eines über viele Jahre klinisch stumm bleibenden Zerstörungsprozesses von
Hirngewebe markieren, dann ergibt sich aus dem vorliegenden Zahlenmaterial
eine Dauer dieses Prozesses von bis zu 30 Jahren bis zum Auftreten erster
Hirnleistungsstörungen.
So gesehen handelt es sich bei der Frühdiagnose einer DAT an Hand von
klinischen Frühsymptomen um eine Spätdiagnose des pathologischen Prozesses.
Unhaltbar geworden ist heute die Auffassung eines kontinierlichen Übergangs
zwischen (physiologischem) Altern und (pathologischer) Demenz. In
verschiedenen Studien wurde gezeigt, dass sich jenseits des 90. Lebensjahrs
die DAT-Prävalenz nicht weiter erhöht, es also durchaus Menschen gibt, die
von der DAT verschont bleiben.
Die Minderung der Alzheimer-typischen Hirnleistungsstörungen und die Verzögerung des fortschreitenden Abbaus auch basaler Fähigkeiten bis hin zur völligen Hilflosigkeit ist durch verschiedene Medikamente mit mehr oder weniger guten Erfolgen bereits möglich. Noch immer gibt es aber keine Behandlung, die das Auftreten der Erkrankung selbst verhindern könnte. Umso gespannter werden jährlich die neuesten Ergebnisse von nationalen und internationalen Kongressen zu diesem Thema erwartet.
Die Ergebnisse der 9. Internationalen Alzheimer Konferenz im Juli 2004 Philadelphia/USA wie auch des Zukunfts-Forums Demenz im Mai 2004 in Deutschland mussten aber bezüglich ursächlicher Behandlung pessimistisch stimmen. Der im Tierversuch viel versprechende Ansatz einer Impfung gegen die krankhafte Ablagerung von Amyloid im Gehirn musste wegen schwerer Nebenwirkungen abgebrochen werden. Auch die Behandlung beginnender Alzheimer-Demenz mit Medikamenten von Statin-Typ erbrachte trotz hoffnungsvoller Hinweise epidemiologischer Studien ein enttäuschendes Ergebnis. Ein Hauptgrund dürfte darin bestehen, dass zu Behandlungsbeginn der systematischen (prospektiven) Studien jeweils schon eine beginnende Demenz in Form leichter Hirnleistungsstörungen bestand. Eine frühere Indikationsstellung für einen dann vermutlich erfolgreicheren Behandlungsversuch mit Statinen war aber bislang nicht möglich.
Jetzt hat das BCB ein aussichtsreiches Prophylaxe-Konzept entwickelt. Es basiert auf der Feststellung des persönlichen Risikoprofils, zusammengesetzt aus den individuellen Risikofaktoren und den Ergebnissen einer Verlaufsuntersuchung. Eine frühzeitige vorbeugende mehrdimensionale Behandlung ist dann angezeigt, wenn nach Auswertung aller Untersuchungsdaten die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung wahrscheinlich ist.
Sie erfahren mehr über unser Alzheimer-Prophylaxe-Programm unter den folgenden Links :
◊ Fragen und Antworten : Alzheimer-Prophylaxe
◊ Individuelles Risikofaktor-Profil zur Alzheimer Demenz

unauffälliges Gehirn

Schädigung bei Alzheimer
Bilder aus Voxel-Man "Brain and Skull" © Karl-Heinz-Höhne und Springer Verlag Berlin, Heidelberg